Grundlagen – warum wir auf diese Art arbeiten

In der Beratung und Schulung gehen wir von folgenden Prämissen aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt keine Probleme unabhängig von der Wahrnehmung

Menschen können sich nicht auf einen unabhängigen Standpunkt setzen und die Wirklichkeit objektiv betrachten. Unser Dasein, unsere Handlungen und Deutungen verändern unsere Umwelt und umgekehrt verändern sich unsere Deutungen und Handlungen durch unsere Erfahrungen in der Umwelt. Die Art und Weise wie jemand ein Problem beschreibt und deutet, beeinflusst sein Handeln und das Handeln wirkt sich auf das Problem und dessen Deutung aus.

Weil nichts unabhängig von etwas existiert, gibt es kein Problem unabhängig von unserer Wahrnehmung und Handlungsweise. Deshalb kreiert eine Problemsprache Probleme und eine Lösungssprache fördert Lösungen.

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Verhalten muss in seinem Kontext verstanden werden

Jedes Verhalten macht Sinn, wenn man den Kontext kennt, in dem es entstanden ist. Menschen haben also immer gute Gründe, weshalb sie sich so verhalten und nicht anders. Das heisst, es gibt auch keine vom Kontext losgelösten Eigenschaften einer Person. Jemand verhält sich in einer spezifischen Situation so, in einer anderen aber möglicherweise anders. Im Lauf der Biografie entwickeln Menschen Fähigkeiten. Diese können sich unabhängig vom Kontext verselbständigen. Probleme ergeben sich manchmal daraus, dass Kontext und Fähigkeiten nicht (mehr) optimal zueinander passen.

spacerJeder scheinbare Nachteil in einem Teil des Systems kann sich an anderer Stelle als Vorteil zeigen. Diese Tatsache kann in der Beratung nutzbar gemacht werden.

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Alles ist in Veränderung und nichts ist immer gleich

Weil Veränderungen immer und überall geschehen, gibt es keine definitiven Lösungen für soziale Problem- und Aufgabenstellungen. Auch wenn eine Situation für den Moment befriedigend gestaltet ist, werden wieder neue Fragen und Anforderungen auftauchen. Die Gestaltung des Wandels selbst wird zu einer grundlegenden Kompetenz, die es zu lernen und weiter zu entwickeln gilt.

Neben der Lösung aktueller Probleme liegt das Augenmerk in der Beratung immer auch auf der Stärkung von Kompetenzen und Ressourcen der Beteiligten.

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Kleine Ursachen können grosse Wirkungen haben

Dass sich alles verändert und nichts immer gleich ist, wissen die Menschen schon seit der Antike. Das Zitat von Heraklit „Alles fliesst und nichts verharre im ständigen Sein“ ist bestens bekannt. Und trotzdem behauptete sich bis heute ein Problembegriff, der davon ausging, dass jemand ein Problem hat und dass Probleme stabil sind, wenn man nichts dagegen tut. Wenn wir aber davon ausgehen, dass alles sich in einem Veränderungsprozess befindet, wird sichtbar, dass Stabilität nur eine Illusion ist bzw. die Erinnerung an einen bestimmten Moment in diesem Veränderungsprozess.Weil selbst Probleme nicht stabil sind, können kleine Ursachen oft grosse Wirkungen entfalten.

spacerEs muss nicht immer das ganze Problem gelöst werden. Oft reicht schon ein Anstoss, ein Ausrichten der Bewegung in eine andere Richtung, ein erster Schritt auf dem Weg, damit die KundInnen selber weiter kommen.

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Menschen und Organisationen besitzen Ressourcen und Kompetenzen

Jedes Lebewesen versucht, sich optimal den ihm gegebenen Bedingungen anzupassen, und setzt seine Ressourcen möglichst sinnvoll zur Bewältigung der sich ihm stellenden Herausforderungen ein. Menschen unternehmen vielfältige mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, ihr Problem selber zu lösen. In diesem Sinn ist von der Kooperation der KundInnen auszugehen, die in jedem Fall deutlich machen, was ihre Überzeugungen sind, womit ihnen auf ihrem Weg gedient ist und womit nicht.

spacerDie bisherigen Problemlösungsversuche der KundInnen gilt es zu würdigen und in die künftigen Lösungsstrategien einzubeziehen, sei es als Ressource, sei es als Information darüber, was nicht geklappt hat.

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Lösungen dürfen einfach sein

Unser Denken funktioniert in der Regel trotz den heute allgemein verfügbaren systemischen Erkenntnissen immer noch linear: Wir haben gelernt, ein Problem zu definieren, Ursachen dafür zu suchen und für die Problemlösung auf diese Ursachen einzuwirken. Wenn wir aber systemisch und nicht linear-kausal denken wollen, wird die Sache schnell zu komplex und überfordernd. Wer es mit der Suche nach Ursachen sehr genau nimmt, kommt nicht mehr zum Handeln: es bleibt immer noch etwas, das zuerst geklärt werden muss.
Beobachtungen, dass komplexes Verhalten oft durch einfache Regeln zustande kommt, haben die Einsicht gefördert, dass die Lösung nicht so kompliziert sein muss wie das Problem.

spacerNicht die Ursachen des Problems definieren den Lösungsweg, sondern die Ziele, die zu erreichen sind.

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Es gibt für ein Problem immer (mehrere) Lösungen

Der Begriff „Problem“ impliziert, dass eine Lösung denkbar ist, andernfalls spräche man von einem Schicksalsschlag, einer Katastrophe, einem schwierigen Ereignis oder ähnlichem. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Lösung auf einfachen Regeln beruhen und losgelöst vom Problem konstruiert werden kann, braucht man nicht lange nach der richtigen Lösung zu suchen, sondern man kann Lösungen (er)finden.

spacerWenn die Lösungswege vom Ziel her definiert werden, kann man annehmen, dass in der Regel mehrere Wege zum Ziel führen.

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Ziele müssen gemeinsam definiert werden

Mehrere Wege führen zum Ziel. Das Ziel ist aber nicht eine eindeutige Sache, sondern hängt, wie die Problemdefinition auch, von der Wahrnehmung und Einschätzung der Beteiligten ab. Die KundInnen definieren, welches Ergebnis für sie gut (genug) ist. Manchmal gibt es aber gleichzeitig mehrere KundInnen, die Ansprüche an die Beratung haben. Dann gilt es, Ziele und Auftrag gemeinsam auszuhandeln und sich darauf zu einigen, was der Bedarf in dieser Situation ist.

spacerDie gemeinsame Problemsicht aller Beteiligten ist der Ausgangspunkt für Veränderungsbemühungen, welche nachhaltig sein sollen.

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Beratungs- und Schulungsprozesse sind nicht plan- und berechenbar

Lebende Systeme nehmen Informationen auf, verarbeiten sie und passen sie ihrem eigenen Repertoire an. Was konkret aus einem Input wird, den ein lebendes System von aussen empfängt, kann nicht mit Sicherheit voraus gesagt werden. Das heisst, lebende Systeme lassen sich nicht direkt in eine bestimmte Richtung beeinflussen. Deshalb ist das Ergebnis von Veränderungsprozessen bei Menschen und Organisationen nicht plan- und berechenbar.

spacerFür Beratungs- und Schulungsprozesse ist eine kunstanaloge Haltung angemessen, die von einem Zusammenwirken von professioneller Fachkraft, KundIn und situationsspezifischen Faktoren ausgeht, welches im Idealfall zu einem stimmigen Werk führt.

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